Ein Gartencenter hat ein Problem, das kein anderer Einzelhändler in dieser Schärfe kennt: Die Fläche ist im Januar genauso groß wie im Mai, die Miete auch, und der Umsatz nicht. Wer die Nebensaison füllen will, muss dafür im Herbst einkaufen - also genau dann, wenn das Geld aus der Hauptsaison schon in der Frühjahrsware steckt.
Die Nebensaison ist ein Flächenproblem, kein Nachfrageproblem
Die Leute kommen auch im Winter, nur kaufen sie etwas anderes: Deko, Geschenke, Kerzen, Vogelfutter, Werkzeug, Keramik. Das sind Warengruppen, die ein Gartencenter führen könnte und oft nicht führt - weil sie eine Wette auf drei Monate sind, die im September bezahlt wird.
Was ein Meter dieser Fläche verdienen muss, ändert sich dabei nicht. Die Rechnung dazu steht in Was ein Quadratmeter Verkaufsfläche verdienen muss.
Was sich ändert, wenn die Saisonware dir nicht gehört
Bleibt die Ware bis zum Verkauf Eigentum der Marke, kostet die Winterfläche keine Vorleistung im September. Was im Februar übrig ist, geht zurück statt in den Abverkauf - und der Abverkauf ist im Saisongeschäft der eigentliche Verlust, nicht der Ladenhüter.
Praktisch heißt das: Du kannst drei Warengruppen ausprobieren statt einer, weil ein Versuch Fläche kostet und kein Kapital. Was ein einzelner Fehlgriff sonst kostet, steht in Was ein Fehleinkauf wirklich kostet.
Drei Grenzen, die wir kennen
- Pflanzen sind nicht der Fall. Lebende Ware braucht Pflege, hat kein Haltbarkeitsdatum im üblichen Sinn und passt nicht zu einer Rückgabe nach 90 Tagen. Es geht um das Trockensortiment daneben.
- Freifläche ist schwieriger als Halle. Ware, die dem Hersteller gehört, sollte nicht ungeschützt im Regen stehen. Wer die Verantwortung für Wetterschäden nicht klären will, fängt drinnen an.
- Die Saison muss zur Mindestlaufzeit passen. 90 Tage sind ein Quartal. Für Weihnachtsdeko passt das, für eine Aktion über drei Wochen nicht.
Nein. Lebende Ware braucht Pflege und lässt sich nach drei Monaten nicht sinnvoll zurückgeben. Das Modell zielt auf das Trockensortiment: Deko, Geschenke, Keramik, Werkzeug, Zubehör.
Alles, wofür die Leute ohnehin kommen und was haltbar ist - Weihnachtsdeko, Kerzen, Vogelfutter, Geschenke aus der Region, Wohnaccessoires. Die Frequenz ist im Winter niedriger, aber nicht null.
Möglich, aber Wetterschäden gehören vorher geregelt. Wer das nicht vertraglich fassen will, beginnt mit der überdachten Fläche - dort ist die Frage keine.
Gerade dort. Je mehr Quadratmeter über den Winter stillstehen, desto größer ist der Unterschied zwischen einer leeren Fläche und einer, die nichts gekostet hat.



