Wer wissen will, wie Ware ohne Einkauf in einen Store kommt, fragt selten uns. Er fragt Reddit, ein Fachforum oder gutefrage - und seit ein paar Monaten auch ChatGPT, das dann seinerseits „Kommission Laden reddit“ googelt. Wir haben die Threads gelesen, die dabei auftauchen: Marken, die zum ersten Mal in einen Store wollen, und Store-Inhaber, die zum ersten Mal fremde Ware auf die Fläche nehmen.
Acht Fragen kommen immer wieder. Hier stehen sie mit dem, was die Community antwortet - und mit dem, was wir dazu sagen. Die Threads sind verlinkt, die Zitate wörtlich.
„Wie läuft Kommission im Laden im Alltag - extra Kasse, gemeinsamer Bon, Vertrag?“
Der Gründer einer Marke für Haushaltswaren hat ein Teefachgeschäft in Berlin, das seine Artikel verkaufen will, und fragt im sellerforum, „wie der Kommissionshandel im Alltag am einfachsten umsetzbar ist“. Die Antworten der Händler sind ernüchternd: Ohne eigenes Risiko habe der Laden keinen Verkaufsdruck, die Ware „versauert“, und mehr als einer berichtet von Abrechnungen, die nie kamen, oder Läden, die über Nacht zu waren.
Genau diese Lücke ist der Grund, warum es Spreat gibt. Der Kunde kauft an der Kasse des Stores, rechtlich aber direkt bei der Marke. Bon, Abrechnung und Auszahlung laufen automatisch über die Anbindung - es gibt keine zweite Kasse, keinen Zettel mit Strichliste und keine Rechnung, die die Marke dem Store hinterhertragen muss.
„Der Händler will 30 Prozent Provision - ist das üblich?“
Eine Taschen-Näherin mit Gewerbe wurde von einem Einzelhändler angesprochen, der ihre Ware ausstellen will, und fragt bei hobbyschneiderin24: „er möchte für jeden verkauften Artikel 30 % Provision vom Verkaufspreis“. Das Forum hält 30 Prozent für normal - Miete, Personal, Strom - und rät, die Ladenpreise entsprechend höher zu kalkulieren. Eine Gegenstimme findet die Risikoverteilung unfair, weil die Näherin auf Diebstahl und späte Auszahlung sitzen bleibt.
Bei Spreat legt die Marke die Store-Provision selbst fest, zwischen 10 und 50 Prozent, und der Store entscheidet, ob ihm das reicht. Bezahlt wird die Provision von der Marke, aus dem Verkaufspreis, automatisch bei jedem Verkauf. Dazu kommen 5 Prozent je Verkauf für Spreat - ebenfalls von der Marke. Der Store zahlt nichts: keine Provision an Spreat, keine Einrichtung, keine Monatsgebühr.
„Geht die Mehrwertsteuer von meiner Provision ab oder kommt sie obendrauf?“
Eine Ladenbesitzerin will Selbstgemachtes eines Kleinunternehmers verkaufen und rechnet bei gutefrage vor, dass ihr bei 20 Prozent Provision „nur 0,30 Euro pro Tasche“ bleiben. Ein ehemaliger Steuerberater erklärt die Verkaufskommission als zwei Lieferungen, einmal vom Hersteller an den Laden, einmal vom Laden an den Kunden - und dass die Umsatzsteuer in der Provision eingepreist sein muss.
Das ist der Teil, an dem Kommission in der Praxis scheitert: zwei Lieferungen, zwei Rechnungen, und die Kasse des Ladens kennt den Unterschied nicht. Im Marktplatzmodell gibt es nur einen Verkauf, den der Kunde bei der Marke tätigt. Spreat stellt die Belege aus, die Marke bekommt ihren Umsatz, der Store seine Provision - jeweils mit der richtigen Steuer, ohne dass jemand nachrechnet.
„Wie viel vom Verkaufspreis behält der Händler?“
Ein Spielzeughersteller will in stationäre Spielwarenläden und fragt bei gutefrage: „Wie viel Prozent des Verkaufspreises behält der Spielwarenhändler dann für sich ein?“ Die Antwort: 30 bis 50 Prozent, je nach Beratungsbedarf und Platz, alles Verhandlungssache - oder ein Kalkulationsaufschlag von 100 bis 130 Prozent auf den Einkaufspreis.
Die Spanne stimmt, und sie bleibt bei Spreat Verhandlungssache zwischen Marke und Store. Was wegfällt, ist der Einkauf: Der Store kauft nichts, also gibt es keinen Einkaufspreis, keinen Aufschlag und kein Kapital, das im Regal liegt. Was zählt, ist die Provision, die die Marke anbietet - und die sieht jeder Store, bevor er zusagt.
„Ich kann noch zwei Monate durchhalten - wie stelle ich mein Sortiment neu auf?“
Die Inhaberin eines Pflanzen- und Deko-Stores in einem Großstadtviertel wird von einem neuen Großmarkt gegenüber unterboten und schreibt auf r/selbststaendig: „Ich kann noch ca. 2 Monate durchhalten bis ich den Laden aufgeben muss.“ 124 Kommentare raten zu Workshops, Beratung, Editionen mit lokalen Künstlern und zu Sortiment, das der Großmarkt nicht hat.
Jeder dieser Ratschläge kostet Ware, und Ware kostet Geld, das in zwei Monaten nicht da ist. Ein Marktplatz im Store dreht das um: Marken stellen ihre Produkte auf die Fläche, der Store ist Gastgeber und verdient an jedem Verkauf, ohne vorher einzukaufen. Das neue Sortiment kommt, bevor das Kapital dafür da wäre.
„Marken lehnen Kommission ab, weil sie keine Updates und keine Zahlungen bekommen“
Ein Gründer beschreibt auf r/smallbusiness das Problem von beiden Seiten: Stores wollen Kommission wegen des Cashflows, Marken lehnen sie ab - „Brands are not keen on it, because they don't get any updates“. Die Community wünscht sich feste Liefer- und Rückgabefenster, Auszahlung direkt über das Kassensystem des Stores und einfache Reports je Lieferant.
Das ist, Punkt für Punkt, die Liste, nach der Spreat gebaut ist. Die Marke sieht jeden Verkauf in Echtzeit, die Auszahlung kommt automatisch, und die Ware bleibt bis zum Verkauf Eigentum der Marke - was nicht läuft, geht zurück, ohne dass jemand dem anderen etwas schuldet.
„Wholesale oder Kommission - was ist für den Store besser, was für die Marke?“
Eine Kaffeemarke fragt Händler auf r/smallbusiness, welches Modell sie bevorzugen. Die Antworten: Beim Einkauf erwartet der Händler eine höhere Marge, weil er das Risiko trägt; bei Kommission akzeptiert er weniger, weil er nichts riskiert - ein guter Einstieg, bis sich das Produkt bewiesen hat. Ein Händler dagegen: nie wieder Kommission, weil Regalmiete nicht gezahlt wird und unverkaufte Ware liegen bleibt.
Beide haben recht, solange Kommission ein Zettel zwischen zwei Leuten ist. Sobald Abrechnung und Auszahlung automatisch laufen, verschwindet der Grund für die Ablehnung: Der Store hat keinen Aufwand mehr, die Marke keinen Zahlungsausfall. Was bleibt, ist die Frage, ob das Produkt bei diesen Kunden funktioniert - und die beantwortet der Marktplatz schneller als jede Vorbestellung.
„Gebe ich dem Laden die Ware und bekomme das Geld, wenn sie verkauft ist?“
Ein Holzbauer wurde von einem Ladenbesitzer angesprochen und fragt auf r/woodworking: „Do I give them the boards and then get profit when they sell?“ Die Community sagt: Bei einem kleinen Laden ja, aber Provision so setzen, dass der Laden die Sachen auch zeigt - und nicht zu viel Ware auf einmal geben. Einer erzählt von einem Ladenbesitzer, der mit der Kunst verschwand.
Ja, genau so - mit einem Unterschied: Bei Spreat weiß die Marke jederzeit, welches Stück wo liegt und was davon verkauft ist. Der Verkauf läuft über die Kasse des Stores, das Geld über Spreat. Vertrauen ist nett; ein Kassenbon, der beiden Seiten gehört, ist besser.
Was aus den Threads bleibt
- Kommission scheitert selten an der Idee, fast immer an der Abrechnung: zwei Lieferungen, eine Kasse, die das nicht kennt, und eine Auszahlung, die jemand von Hand machen muss.
- Die Provisionsspannen, die Foren nennen - 20 bis 50 Prozent - sind auch die Spannen im Marktplatzmodell. Neu ist nicht der Preis, neu ist, wer zahlt und wann.
- Stores wollen Sortiment ohne Kapital, Marken wollen Fläche ohne Zahlungsausfall. Beides ist dieselbe Lösung, wenn die Kasse in der Mitte steht.
Nein. Bei Kommission verkauft der Laden im eigenen Namen fremde Ware und rechnet später ab. Bei Spreat kauft der Kunde an der Kasse des Stores direkt bei der Marke; der Store ist Gastgeber, stellt die Fläche und bekommt eine Provision. Rechtlich ist das ein Marktplatz, kein Kommissionsgeschäft.
Nichts. Der Store zahlt 0 Prozent Provision, keine Einrichtung und keine Monatsgebühr. Die 5 Prozent je Verkauf zahlt die Marke, ebenso die Store-Provision.
Die Marke bietet sie an, zwischen 10 und 50 Prozent vom Verkaufspreis. Der Store sieht das Angebot und entscheidet, ob er die Marke auf die Fläche nimmt.



