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Was ein Quadratmeter Verkaufsfläche verdienen muss

Miete, Nebenkosten, Personal, geteilt durch die Fläche: Daraus wird eine Zahl je Quadratmeter. Wie du sie rechnest - und warum sie allein noch nichts entscheidet.

Eine Fläche, aufgeteilt in Quadratmeter, mit der Zahl je Meter

Ein Quadratmeter Verkaufsfläche muss mindestens so viel Rohertrag bringen, wie er an Kosten verursacht. Die einfachste Rechnung dafür: alle Flächenkosten eines Jahres - Miete, Nebenkosten, Energie, anteilig Personal - geteilt durch die Verkaufsfläche in Quadratmetern. Das Ergebnis ist die Untergrenze, die jeder Meter erwirtschaften muss, bevor irgendetwas übrig bleibt.

Die Rechnung an einem Beispiel

Angenommen, ein Store hat 80 Quadratmeter Verkaufsfläche. Die Miete liegt bei 2.000 Euro im Monat, Nebenkosten und Energie bei 600, das anteilige Personal für die Fläche bei 3.400. Macht 6.000 Euro im Monat, also 72.000 im Jahr. Geteilt durch 80 Quadratmeter sind das 900 Euro Kosten je Quadratmeter und Jahr.

Diese 900 Euro sind Rohertrag, nicht Umsatz. Bei einer Handelsspanne von 40 Prozent braucht derselbe Quadratmeter also rund 2.250 Euro Umsatz im Jahr, nur um sich selbst zu tragen. Die Zahlen sind ein Beispiel und keine Branchenwerte - rechne mit deinen eigenen, das dauert zehn Minuten und ist danach eine Zahl, die du im Kopf hast.

900 €
Kosten je Quadratmeter und Jahr

im Beispiel oben, 80 m² und 6.000 € Flächenkosten im Monat

2.250 €
nötiger Umsatz je Quadratmeter

bei 40 % Handelsspanne, nur zur Deckung

6,16 €
je Quadratmeter und Tag

dieselbe Zahl, anders geteilt - so denkt man sie leichter

Warum die Zahl allein nichts entscheidet

Die Flächenrechnung sagt dir, was ein Meter bringen muss. Sie sagt dir nicht, was du dort hinstellen sollst - und genau da fängt das eigentliche Problem an. Denn ein kleiner Store hat zwei Zahlen, die gegeneinander laufen.

Die eine ist die Fläche: Wer wenig davon hat, braucht Auswahl, damit jeder Meter arbeitet. Die andere ist die Liquidität: Jeder Euro, der in der Ware steckt, liegt nicht auf dem Konto - wie du diese Kapitalbindung rechnest, steht in einem eigenen Artikel. Mehr Auswahl heißt mehr gebundenes Kapital. Klassisch löst man diesen Widerspruch nicht, man entscheidet sich für eine Seite.

Der dritte Weg: den Meter arbeiten lassen, ohne ihn zu kaufen

Der Widerspruch löst sich erst auf, wenn zusätzliche Auswahl kein Kapital mehr kostet. Gehört die Ware bis zum Verkauf der Marke, kostet ein weiteres Produkt auf der Fläche keine Vorleistung - und der Meter kann ausprobieren, statt sich festzulegen.

Der Viertelladen in Düsseldorf-Unterbilk ist dafür das nächstliegende Beispiel: aus zehn Produzenten wurden dreiunddreißig, auf derselben Fläche, ohne Einkaufsbudget. Die Flächenrechnung hat sich dadurch nicht verändert - was sich verändert hat, ist, wie viele Versuche pro Meter möglich sind, bis die Rechnung aufgeht.

Umsatz oder Rohertrag geteilt durch Verkaufsfläche, meist als Jahreswert je Quadratmeter. Sie zeigt, wie hart die Fläche arbeitet. Vergleiche zwischen Branchen bringen wenig - ein Juwelier und ein Möbelhaus liegen um Größenordnungen auseinander.

Für die Deckungsfrage mit Rohertrag, denn nur der bleibt nach dem Wareneinsatz übrig. Der Umsatz je Quadratmeter ist die bekanntere Zahl, sagt aber ohne die Handelsspanne wenig aus.

Für die Untergrenze ja, weil sie Miete kostet. Für die Produktivitätszahl üblicherweise nicht - dort steht nur die Verkaufsfläche im Nenner. Wichtig ist, dass du es einmal festlegst und dann dabei bleibst, sonst vergleichst du Jahre miteinander, die nicht vergleichbar sind.

Es gibt keinen, der über Branchen hinweg trägt. Der brauchbare Vergleich ist dein eigener: derselbe Store, dasselbe Quartal im Vorjahr, dieselbe Rechenweise. Alles andere führt in die falsche Diskussion.

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