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Ein Store für über 30 Tage, wo vorher Leerstand war

Wie die Stadt Rhede eine leere Fläche in der Innenstadt zum Weihnachtsgeschäft gemacht hat - mit acht Marken aus der Region und ohne einen Euro Wareneinkauf.

Der Pop-up-Store in der Rheder Innenstadt, weihnachtlich eingerichtet

Ein leerer Store in der Innenstadt ist ein Problem, das jeder sieht und niemand schnell löst. Vermieten dauert. Zwischennutzung lohnt sich selten. Und ein Geschäft, das nur bis Weihnachten offen hat, rechnet sich für keinen Händler, der seine Ware vorher kaufen und bezahlen muss.

Die Stadt Rhede wollte es trotzdem versuchen: eine leerstehende Fläche in der Innenstadt, bespielt bis Weihnachten. Gemeinsam mit Spreat wurde daraus ein Pop-up-Store, in dem acht Marken aus der Umgebung ihre Produkte zeigten - ohne dass jemand sie vorher eingekauft hätte.

Schaufenster des Pop-up-Stores in der Rheder Innenstadt
Die Fläche in der Rheder Innenstadt.
Regalturm mit Weihnachtsdeko im Pop-up-Store

Zehn Tage von der ersten Kiste bis zur Kasse

Am 12. November stand die erste Ware auf der Fläche, am 22. November war Eröffnung. Zehn Tage - für ein Sortiment, das über eine normale Listung Monate gebraucht hätte.

Möglich ist das, weil nichts eingekauft wird. Die Marken stellen ihre Ware ein, sie bleibt ihr Eigentum, und der Store verkauft sie über seine Kasse. Kein Vertriebsgespräch, keine Konditionsrunde, keine Eingangsrechnung.

8
Marken aus der Region

Kunsthandwerk, Kerzen, Papeterie, Deko

449
Produkte auf der Fläche

2.322 Stück, laufend nachgelegt

0 €
Wareneinkauf

die Ware blieb Eigentum der Marken

Was auf der Fläche stand

449 Artikel, 2.322 Stück: Kerzen, Holzarbeiten, Karten, Deko, Kleinigkeiten zum Verschenken. Der mittlere Preis lag bei neun Euro, 420 der 449 Artikel kosteten weniger als dreißig - ein Weihnachtssortiment, kein Möbelhaus.

Die Provision lag durchgehend bei 25 Prozent. Nachgelegt wurde bis zuletzt: 111 Warenlieferungen verteilten sich über die ganze Laufzeit, die letzten kamen in der Schlusswoche.

Kissen mit Aufdruck, Kerzen und Windlichter auf einem Regalbrett
Warentisch mit Kerzen, Holzdeko und Geschenkkartons
Neun Euro im Mittel: ein Sortiment zum Mitnehmen.

Vier Wochen, siebzehn Öffnungstage

Geöffnet war Mittwoch bis Samstag, vom 22. November bis zum 20. Dezember. In diesen siebzehn Tagen gingen 883 Artikel über die Kasse, verteilt auf 537 Einkäufe.

Die stärksten Tage waren der erste und der letzte: 120 verkaufte Artikel am Eröffnungssamstag, 98 am Schlusssamstag. Dazwischen lief der Store gleichmäßig - rund fünfzig Artikel an jedem Öffnungstag.

883
verkaufte Artikel

in 537 Einkäufen

17
Öffnungstage

Mittwoch bis Samstag

111
Nachlieferungen

Sortiment bis zum Schlusstag ergänzt

„Mit Spreat kann ich in Echtzeit all meine Verkäufe sehen und es hat fast süchtig gemacht, mehrfach am Tag ins System reinzuschauen.“
Petra DingsPapier Dings, eine der acht Marken

Was das für eine Innenstadt heißt

Vier Wochen sind zu kurz für eine Listung. Wer in dieser Zeit ein Sortiment aufbauen will, hat keine Zeit für Vertriebsgespräche, Konditionsrunden und Liefervereinbarungen - die Ware muss in Tagen stehen, nicht in Monaten.

Genau da hilft das Marktplatz-Prinzip einer Stadt: kein Einkauf, kein gebundenes Kapital, kein Risiko auf der Restware. Was bleibt, ist die Arbeit, die man ohnehin machen will - die Fläche herrichten, die Türen öffnen, den Store führen.

Und acht Marken aus der Umgebung, die sonst kein Schaufenster in der Fußgängerzone bekommen, standen vier Wochen lang mittendrin.

Das Team des Pop-up-Stores vor dem Store
Betrieben wurde der Store vor Ort - die Ware kam von den Marken.
Schriftzug Hereinspaziert im Schaufenster des Pop-up-Stores
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