Es gibt zwei Wege, wie fremde Ware über eine Kasse verkauft wird. Entweder läuft eine eigenständige Kasse daneben - ohne Eingriff in vorhandene Systeme - oder die Plattform dockt per Schnittstelle an das an, was schon läuft. Der erste Weg braucht einen Rechner mit Browser, Internet und ein Kartenterminal. Der zweite braucht ein Kassensystem, das eine Schnittstelle hat, und jemanden, der sie anschließt.
Weg 1: eigenständig daneben
Die Spreatkasse steht neben der bestehenden Kassenlandschaft und wickelt nur die Verkäufe fremder Ware ab. Kein Eingriff in laufende Systeme, keine Abstimmung mit dem Kassenhersteller, kein Projekt.
Der Preis dafür sind zwei Vorgänge an der Kasse: Wer ein eigenes Produkt und ein fremdes zusammen kauft, zahlt zweimal. Für einen Laden mit einer Ecke ist das kein Thema, für eine Filiale mit langen Schlangen schon.
Weg 2: per Schnittstelle in die vorhandene Kasse
Die fremden Produkte erscheinen im bestehenden Kassensystem wie eigene: ein Bon, ein Bezahlvorgang, eine Schlange. Im Hintergrund wird der Betrag beim Verkauf getrennt und der Marke zugeordnet.
Das setzt voraus, dass dein Kassensystem eine Schnittstelle anbietet und dass jemand die Anbindung macht. Der Aufwand liegt einmalig auf der technischen Seite und danach bei null. freenet hat sein Sortiment auf diesem Weg erweitert - nach eigener Aussage ohne eigenen Integrationsaufwand.
Was du vorher klären solltest
- Hat dein Kassensystem eine Schnittstelle? Das entscheidet, ob Weg 2 überhaupt zur Wahl steht.
- Wie viele Vorgänge hast du in der Spitze? Zwei Kassen sind bei zwanzig Kunden am Tag egal und bei zweihundert nicht.
- Wer betreut die Kasse heute? Bei einer Filialkette ist das eine andere Frage als bei einem Laden mit drei Leuten - und meistens die, die den Zeitplan bestimmt.
- Was steht auf dem Bon? Der Beleg muss den Verkäufer korrekt ausweisen. Das gilt auf beiden Wegen und ist keine Verhandlungssache.
Warum der Bon das überhaupt aussagen muss, steht in Wie ein Kauf im Store rechtlich direkt bei der Marke landet.
Nein. Entweder läuft eine eigenständige Kasse daneben, oder die Plattform dockt per Schnittstelle an dein vorhandenes System an. Ein Wechsel ist in keinem der beiden Wege vorgesehen.
Einen Rechner mit Browser, Internet und ein Kartenterminal. Mehr nicht - deshalb ist dieser Weg der schnellere von beiden.
Das hängt am Kassensystem und daran, wer es betreut. Eine belastbare Zahl gibt es nicht, weil die Spanne von „Schnittstelle liegt vor" bis „Hersteller muss erst mitspielen" reicht.
Ja, und das ist der übliche Weg: eigenständig anfangen, anbinden, wenn die Menge es verlangt. Wer out of the box startet, verbaut sich nichts.



