Ein Hofladen hat etwas, wofür Innenstädte teure Kampagnen fahren: Kundschaft, die wegen der Herkunft kommt. Wer den Umweg über den Feldweg macht, will nicht nur Eier - er will wissen, von welchem Hof sie sind.
Und er hat ein Problem, das kein Marketing löst: Das Sortiment endet, wo der eigene Hof endet. Im Sommer stapelt es sich, im Februar sieht die Fläche dünn aus. Wer dann jemanden hat, der die Fahrt macht, hat ihm zu wenig anzubieten.
Der klassische Weg heißt einkaufen
Die Standardlösung ist, Ware von anderen zu holen: Honig vom Imker im Nachbarort, Nudeln aus der Region, Seife, Keramik, Marmelade. Nur bedeutet das Einkauf - mit Mindestmengen, gebundenem Geld und dem Risiko, im März auf zwölf Gläsern Quittengelee sitzen zu bleiben.
Für einen Betrieb, dessen Liquidität ohnehin an der Ernte hängt, ist das die falsche Reihenfolge. Deshalb bleibt es oft bei zwei, drei Produkten von Bekannten - und dabei, dass die Fläche weniger kann, als sie könnte.
Fremde Ware, ohne sie zu kaufen
Über Spreat stellt der Erzeuger seine Ware auf deine Fläche, und sie bleibt sein Eigentum, bis jemand sie an deiner Kasse mitnimmt. Du kaufst nichts, du bezahlst nichts im Voraus, und du bekommst eine Provision - üblich sind 20 bis 30 Prozent, ihr vereinbart sie miteinander.
Was nicht läuft, geht nach der Mindestlaufzeit zurück. Was läuft, siehst du am selben Tag im System, Produkt für Produkt. Das ist ein Wissen, das ein Hofladen sonst nur über das Bauchgefühl an der Kasse hat.
Wie gut so etwas in kleinem Maßstab funktioniert, zeigt der Pop-up-Store in Rhede: acht Marken aus der Umgebung, 449 Artikel auf der Fläche, 883 verkaufte Stück an siebzehn Öffnungstagen. Kein Einkauf, kein Kapital, und die Ware kam bis zur letzten Woche nach.
Wo es nicht passt
- Frischware mit kurzem Mindesthaltbarkeitsdatum ist der schwierige Teil - je näher ein Produkt an der Kühltheke liegt, desto weniger trägt ein Modell, das auf Rückgabe nach 90 Tagen ausgelegt ist
- Eine Kasse muss es geben. Eine Fläche mit Kasse am Feldrand und Geldkassette funktioniert nicht: Die Abrechnung zwischen Kundin, Erzeuger und Hof läuft über die Kasse
- Zwei, drei Gläser Honig lohnen den Aufwand nicht. Interessant wird es bei einer Ecke, einem Tisch, einer Winterfläche - nicht bei einem einzelnen Produkt
Wofür es passt
Für alles Haltbare, das zur Geschichte des Hofes passt und nicht von ihm kommt: Eingemachtes, Nudeln, Öle, Honig, Seifen, Kerzen, Keramik, Holzarbeiten. Für die Monate, in denen das eigene Sortiment dünn ist. Und für den Moment, in dem jemand nach dem Einkauf noch ein Mitbringsel sucht.
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