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title: "Kapitalbindung im Einzelhandel: warum jeder Euro im Lager auf dem Konto fehlt | Spreat"
description: "Kapitalbindung im Einzelhandel verstehen und rechnen: Formel, Lagerdauer, Kapitalbindungskosten und die drei Hebel, mit denen kleine Stores sie senken - ohne das Sortiment zu verkleinern."
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language: "de"
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-   Einzelhandel & Insights

# Kapitalbindung im Einzelhandel: warum jeder Euro im Lager auf dem Konto fehlt

Eingekaufte Ware ist bezahltes Geld, das noch nichts verdient hat. Wie du deine Kapitalbindung rechnest, was sie dich im Jahr kostet und welche Hebel es gibt.

8\. April 2025

![Ein Euro, der zwischen Konto und Ware hin- und hergeht](https://spreat.com/media/images/stories/kapitalbindung-einzelhandel/cover-800.webp)

Kapitalbindung ist das Geld, das in eingekaufter Ware steckt, solange sie nicht verkauft ist. Du hast es bezahlt, es liegt im Regal statt auf dem Konto, und es verdient nichts, bis jemand zur Kasse geht. Je länger die Ware steht, desto teurer wird sie - auch wenn ihr Preisschild sich nie ändert.

## Wie du sie rechnest

Der einfachste Weg führt über die Lagerdauer. Teile deinen durchschnittlichen Warenbestand zu Einkaufspreisen durch den Wareneinsatz eines Jahres und multipliziere mit 365. Heraus kommt, wie viele Tage ein Euro im Schnitt in der Ware feststeckt.

Ein Beispiel: 40.000 Euro durchschnittlicher Bestand, 120.000 Euro Wareneinsatz im Jahr. Das sind 40.000 ÷ 120.000 × 365 = rund **122 Tage**. Vier Monate zwischen Bezahlen und Kassieren. Was dich das kostet, hängt daran, was das Geld sonst täte: Bei 8 Prozent Kapitalkosten sind es auf 40.000 Euro rund 3.200 Euro im Jahr, allein fürs Dastehen - Abschriften, Lagerplatz und Versicherung noch nicht gerechnet.

122 Tage

Lagerdauer im Beispiel

40.000 € Bestand, 120.000 € Wareneinsatz im Jahr

3.200 €

Kapitalbindungskosten im Jahr

bei 8 % kalkulatorischem Zinssatz auf den Bestand

3,0

Lagerumschlag

365 geteilt durch die Lagerdauer

## Warum die Zahl bei kleinen Stores härter zuschlägt

Eine Kette rechnet Kapitalbindung als Kennzahl. Ein kleiner Laden erlebt sie als Monat. Wer 4.000 Euro in eine neue Warengruppe steckt, hat diese 4.000 Euro nicht mehr für Miete, Personal oder die Rechnung, die nächste Woche kommt - und ob die Warengruppe läuft, weiß er frühestens in acht Wochen.

Deshalb wird in kleinen Läden das Sortiment eng, obwohl es breit sein müsste. Es ist keine Mutfrage, es ist eine Liquiditätsfrage. Was ein Meter Fläche verdienen muss, steht in [Was ein Quadratmeter Verkaufsfläche verdienen muss](https://spreat.com/stories/industry/was-ein-quadratmeter-verdienen-muss).

## Die drei Hebel

1.  **Schneller drehen**

    Weniger Varianten je Artikel, kleinere Bestellmengen, häufiger nachbestellen. Wirkt sofort auf die Lagerdauer, kostet aber mehr Bestellaufwand und oft schlechtere Konditionen.

2.  **Später zahlen**

    Längere Zahlungsziele verschieben die Bindung zum Lieferanten. Sie verschwindet damit nicht, sie liegt nur woanders - und in der Verhandlung zahlst du dafür an anderer Stelle.

3.  **Gar nicht einkaufen**

    Bleibt die Ware bis zum Verkauf Eigentum der Marke, entsteht keine Kapitalbindung. Das ist kein besseres Einkaufen, sondern ein anderes Verhältnis - und der Grund, warum ein zusätzliches Produkt dann keine Vorleistung mehr kostet.

Wie der dritte Hebel praktisch aussieht, steht in [Kommissionsware im Einzelhandel](https://spreat.com/stories/industry/kommissionsware-einzelhandel) und in der [Abgrenzung der vier Modelle](https://spreat.com/stories/industry/konsignation-kommission-marktplatz). Gelebt hat es der [Viertelladen in Düsseldorf](https://spreat.com/stories/success/viertelladen): aus zehn Produzenten wurden dreiunddreißig, auf derselben Fläche, ohne Einkaufsbudget.

Die Zahlen oben sind ein Beispiel und keine Branchenwerte. Der kalkulatorische Zinssatz ist eine Annahme - setze den, zu dem du selbst Geld bekommst oder anlegst, sonst rechnest du dir die Bindung schön.

Geld, das in Ware steckt und deshalb für nichts anderes zur Verfügung steht. Es entsteht in dem Moment, in dem du eine Rechnung bezahlst, und endet, wenn die Ware über die Kasse geht.

Durchschnittlicher Warenbestand zu Einkaufspreisen geteilt durch den Wareneinsatz eines Jahres, mal 365. Das Ergebnis sind Tage. Der Kehrwert davon ist der Lagerumschlag - beide Zahlen sagen dasselbe, nur anders herum.

Mindestens die Zinsen, die das Geld sonst brächte oder die du für einen Kredit zahlst. Dazu kommen Lagerplatz, Versicherung, Schwund und - der teuerste Posten - Abschriften auf Ware, die sich nicht mehr zum vollen Preis dreht.

Drei Wege: schneller drehen, später zahlen, oder Ware führen, die dir bis zum Verkauf nicht gehört. Nur der dritte lässt das Sortiment wachsen, während die Bindung sinkt.

Rechne es mit deinen Zahlen durch.

Was eine Fläche bringt, wenn kein Kapital darin steckt - Provision je Produkt, im Monat und aufs Jahr.

[Zum Store-Rechner](https://spreat.com/stores/preise)

Geschrieben von

[Mattis Klöpperauf LinkedIn](https://www.linkedin.com/in/mattis-kloepper/)

Co-Founder und Geschäftsführer

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